Loading [MathJax]/extensions/tex2jax.js

Schadenserkennung an Bauwerken mittels maschinellen Lernens

Research output: ThesisDoctoral thesis

Authors

Research Organisations

Details

Original languageGerman
QualificationDoctor of Engineering
Supervised by
Date of Award20 Sept 2024
Publication statusPublished - 2025

Abstract

Der Güterumschlag in den 60 deutschen Seehäfen hat in den letzten Jahren zugenommen und soll bis 2030 auf etwa 468 Millionen Tonnen steigen. Der steigende Bedarf des Güterumschlags stellt eine erhebliche Belastung für die bestehende Infrastruktur dar. Die vorhandene Infrastruktur unterliegt bereits durch Überbelastung, Salzwassereinwirkung und dem Alter der Bauwerke einem hohen Verschleiß. Die Überprüfung der Verkehrswasserbauwerke ist für den Erhalt einer wettbewerbsfähigen Volkswirtschaft unerlässlich. Frühzeitige Schadenserkennung ist die Grundlage für kostengünstige Erhaltungsmaßnahmen, da frühzeitig erkannte Schäden in der Regel geringere Instandsetzungskosten verursachen. Infrastrukturbauwerke werden derzeit regelmäßig durch manuelle Kontrollen überprüft. Dies ist besonders unter Wasser mit erheblichem Aufwand verbunden, da Taucher eingesetzt und komplette Bereiche gesperrt werden müssen. Dies verdeutlicht den hohen Bedarf an automatisierten, digitalen Prozessen in der Bauwerksprüfung, um diese zukünftig vollständig, transparent und kosteneffizient gestalten zu können. Die vorliegende Dissertation konzentriert sich auf die automatisierte Erkennung von Schäden aus 3D-Punktwolken und Farbbildern. Die Daten werden mit einem kinematischen Multisensorsystem auf einer schwimmenden Plattform erfasst. Aufgrund der Plattformbewegungen durch Wellengang und Strömungen sind die entstehenden 3D-Punktwolken und Farbbilder sehr herausfordernd. Die automatisierte Segmentierung der Daten in beschädigte und unbeschädigte Bereiche stellt aufgrund der unterschiedlichen Schadenstrukturen und der Datenkomplexität eine große Herausforderung dar. Die automatisierte Schadenserkennung ist ein wichtiger Aspekt im Gesamtprozess der digitalen Bauwerksprüfung, da Schadensverdachtspläne erzeugt werden können, die von Bauwerksprüfern für eine schnellere und kosteneffizientere Prüfung genutzt werden. Durch die vollständige Erfassung der Infrastruktur und der automatisierten Schadenserkennung wird die Bauwerksprüfung auf ein völlig neues Niveau gebracht. Aufgrund der Komplexität des Gesamtprozesses ist die Lösung der Problemstellung als langfristige Aufgabe zu betrachten. Diese Dissertation zielt darauf ab, die Vorgehensweise durch zielgerichtete Beiträge konstruktiv zu unterstützen und bietet gleichzeitig eine Basis für zukünftige Forschungsarbeiten, die die Integration weiterer Sensordaten und fortschrittlicherer Algorithmen zur Schadenserkennung untersuchen könnten:

1. Es wird ein Verfahren entwickelt, um geometrische Bauwerksschäden in 3D-Punktwolken mithilfe von Algorithmen des Machine Learning automatisiert zu erkennen. Dabei werden verschiedene Methoden zur Erzeugung von Höhenfeldern aus 3D-Punktwolken als Vorverarbeitungsschritt für die automatisierte Schadenserkennung analysiert. Hierfür werden CAD-Modelle oder aus den Daten bestmöglich geschätzte geometrische Modelle verwendet. Die darauf aufbauende automatisierte Schadenserkennung nutzt generische Merkmalsgeneratoren und Ausreißererkennungsmethoden. Die Methode erreichte einen F1-Score von 96,3 % für einen simulierten Datensatz und 72,4 % für einen realen Datensatz.
2. Es wird ein Verfahren entwickelt, um Schäden, welche eine Farbänderung hervorrufen, automatisiert aus Bildern von Verkehrswasserbauwerken durch einen Deep Learning Ansatz zu erkennen. In diesem Kontext wird auch untersucht, ob sich automatisiert generierte, schwach überwachte Labelbilder für das Training der Algorithmen eignen. Zusätzlich zu den segmentierten Segmenten werden Unsicherheitswerte prädiziert. Dies wird am Beispiel von Fotos des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven evaluiert. Für die Segmentierung der Bilder in Korrosion und unbeschädigte Bereiche wird ein F1-Score von 98,0 % für unbeschädigte Bereiche und von 71,7 % für die Korrosionsschäden erreicht. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass die gezielten Beiträge zur automatisierten Schadenserkennung den Prozess der digitalen Bauwerksprüfung vollständiger, transparenter und effizienter machen können. Dies trägt dazu bei, die Sicherheit und Lebensdauer der Infrastruktur zu erhöhen und die Betriebskosten zu senken. Die verbesserte Überwachung kann in die statische Beurteilung einfließen, was dazu führen kann, dass Bestandsbauwerke im Mittel länger genutzt werden und somit die Produktivität der Häfen dauerhaft erhöht werden kann. Zudem werden Inspektionsprozesse effizienter und kostengünstiger, was langfristig zur Nachhaltigkeit der Infrastruktur beiträgt.

Cite this

Schadenserkennung an Bauwerken mittels maschinellen Lernens. / Hake, Frederic.
2025.

Research output: ThesisDoctoral thesis

Hake F. Schadenserkennung an Bauwerken mittels maschinellen Lernens. 2025. (Wissenschaftliche Arbeiten der Fachrichtung Geodäsie und Geoinformatik der Leibniz Universität Hannover; 403). (Ausschuss Geodäsie (DGK) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften; 952). doi: 10.15488/18710
Download
@phdthesis{73054c205d454d4cbd6b6c50e00e1411,
title = "Schadenserkennung an Bauwerken mittels maschinellen Lernens",
abstract = "Der G{\"u}terumschlag in den 60 deutschen Seeh{\"a}fen hat in den letzten Jahren zugenommen und soll bis 2030 auf etwa 468 Millionen Tonnen steigen. Der steigende Bedarf des G{\"u}terumschlags stellt eine erhebliche Belastung f{\"u}r die bestehende Infrastruktur dar. Die vorhandene Infrastruktur unterliegt bereits durch {\"U}berbelastung, Salzwassereinwirkung und dem Alter der Bauwerke einem hohen Verschlei{\ss}. Die {\"U}berpr{\"u}fung der Verkehrswasserbauwerke ist f{\"u}r den Erhalt einer wettbewerbsf{\"a}higen Volkswirtschaft unerl{\"a}sslich. Fr{\"u}hzeitige Schadenserkennung ist die Grundlage f{\"u}r kosteng{\"u}nstige Erhaltungsma{\ss}nahmen, da fr{\"u}hzeitig erkannte Sch{\"a}den in der Regel geringere Instandsetzungskosten verursachen. Infrastrukturbauwerke werden derzeit regelm{\"a}{\ss}ig durch manuelle Kontrollen {\"u}berpr{\"u}ft. Dies ist besonders unter Wasser mit erheblichem Aufwand verbunden, da Taucher eingesetzt und komplette Bereiche gesperrt werden m{\"u}ssen. Dies verdeutlicht den hohen Bedarf an automatisierten, digitalen Prozessen in der Bauwerkspr{\"u}fung, um diese zuk{\"u}nftig vollst{\"a}ndig, transparent und kosteneffizient gestalten zu k{\"o}nnen. Die vorliegende Dissertation konzentriert sich auf die automatisierte Erkennung von Sch{\"a}den aus 3D-Punktwolken und Farbbildern. Die Daten werden mit einem kinematischen Multisensorsystem auf einer schwimmenden Plattform erfasst. Aufgrund der Plattformbewegungen durch Wellengang und Str{\"o}mungen sind die entstehenden 3D-Punktwolken und Farbbilder sehr herausfordernd. Die automatisierte Segmentierung der Daten in besch{\"a}digte und unbesch{\"a}digte Bereiche stellt aufgrund der unterschiedlichen Schadenstrukturen und der Datenkomplexit{\"a}t eine gro{\ss}e Herausforderung dar. Die automatisierte Schadenserkennung ist ein wichtiger Aspekt im Gesamtprozess der digitalen Bauwerkspr{\"u}fung, da Schadensverdachtspl{\"a}ne erzeugt werden k{\"o}nnen, die von Bauwerkspr{\"u}fern f{\"u}r eine schnellere und kosteneffizientere Pr{\"u}fung genutzt werden. Durch die vollst{\"a}ndige Erfassung der Infrastruktur und der automatisierten Schadenserkennung wird die Bauwerkspr{\"u}fung auf ein v{\"o}llig neues Niveau gebracht. Aufgrund der Komplexit{\"a}t des Gesamtprozesses ist die L{\"o}sung der Problemstellung als langfristige Aufgabe zu betrachten. Diese Dissertation zielt darauf ab, die Vorgehensweise durch zielgerichtete Beitr{\"a}ge konstruktiv zu unterst{\"u}tzen und bietet gleichzeitig eine Basis f{\"u}r zuk{\"u}nftige Forschungsarbeiten, die die Integration weiterer Sensordaten und fortschrittlicherer Algorithmen zur Schadenserkennung untersuchen k{\"o}nnten:1. Es wird ein Verfahren entwickelt, um geometrische Bauwerkssch{\"a}den in 3D-Punktwolken mithilfe von Algorithmen des Machine Learning automatisiert zu erkennen. Dabei werden verschiedene Methoden zur Erzeugung von H{\"o}henfeldern aus 3D-Punktwolken als Vorverarbeitungsschritt f{\"u}r die automatisierte Schadenserkennung analysiert. Hierf{\"u}r werden CAD-Modelle oder aus den Daten bestm{\"o}glich gesch{\"a}tzte geometrische Modelle verwendet. Die darauf aufbauende automatisierte Schadenserkennung nutzt generische Merkmalsgeneratoren und Ausrei{\ss}ererkennungsmethoden. Die Methode erreichte einen F1-Score von 96,3 % f{\"u}r einen simulierten Datensatz und 72,4 % f{\"u}r einen realen Datensatz.2. Es wird ein Verfahren entwickelt, um Sch{\"a}den, welche eine Farb{\"a}nderung hervorrufen, automatisiert aus Bildern von Verkehrswasserbauwerken durch einen Deep Learning Ansatz zu erkennen. In diesem Kontext wird auch untersucht, ob sich automatisiert generierte, schwach {\"u}berwachte Labelbilder f{\"u}r das Training der Algorithmen eignen. Zus{\"a}tzlich zu den segmentierten Segmenten werden Unsicherheitswerte pr{\"a}diziert. Dies wird am Beispiel von Fotos des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven evaluiert. F{\"u}r die Segmentierung der Bilder in Korrosion und unbesch{\"a}digte Bereiche wird ein F1-Score von 98,0 % f{\"u}r unbesch{\"a}digte Bereiche und von 71,7 % f{\"u}r die Korrosionssch{\"a}den erreicht. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass die gezielten Beitr{\"a}ge zur automatisierten Schadenserkennung den Prozess der digitalen Bauwerkspr{\"u}fung vollst{\"a}ndiger, transparenter und effizienter machen k{\"o}nnen. Dies tr{\"a}gt dazu bei, die Sicherheit und Lebensdauer der Infrastruktur zu erh{\"o}hen und die Betriebskosten zu senken. Die verbesserte {\"U}berwachung kann in die statische Beurteilung einflie{\ss}en, was dazu f{\"u}hren kann, dass Bestandsbauwerke im Mittel l{\"a}nger genutzt werden und somit die Produktivit{\"a}t der H{\"a}fen dauerhaft erh{\"o}ht werden kann. Zudem werden Inspektionsprozesse effizienter und kosteng{\"u}nstiger, was langfristig zur Nachhaltigkeit der Infrastruktur beitr{\"a}gt.",
author = "Frederic Hake",
year = "2025",
doi = "10.15488/18710",
language = "Deutsch",
series = "Wissenschaftliche Arbeiten der Fachrichtung Geod{\"a}sie und Geoinformatik der Leibniz Universit{\"a}t Hannover",
number = "403",

}

Download

TY - BOOK

T1 - Schadenserkennung an Bauwerken mittels maschinellen Lernens

AU - Hake, Frederic

PY - 2025

Y1 - 2025

N2 - Der Güterumschlag in den 60 deutschen Seehäfen hat in den letzten Jahren zugenommen und soll bis 2030 auf etwa 468 Millionen Tonnen steigen. Der steigende Bedarf des Güterumschlags stellt eine erhebliche Belastung für die bestehende Infrastruktur dar. Die vorhandene Infrastruktur unterliegt bereits durch Überbelastung, Salzwassereinwirkung und dem Alter der Bauwerke einem hohen Verschleiß. Die Überprüfung der Verkehrswasserbauwerke ist für den Erhalt einer wettbewerbsfähigen Volkswirtschaft unerlässlich. Frühzeitige Schadenserkennung ist die Grundlage für kostengünstige Erhaltungsmaßnahmen, da frühzeitig erkannte Schäden in der Regel geringere Instandsetzungskosten verursachen. Infrastrukturbauwerke werden derzeit regelmäßig durch manuelle Kontrollen überprüft. Dies ist besonders unter Wasser mit erheblichem Aufwand verbunden, da Taucher eingesetzt und komplette Bereiche gesperrt werden müssen. Dies verdeutlicht den hohen Bedarf an automatisierten, digitalen Prozessen in der Bauwerksprüfung, um diese zukünftig vollständig, transparent und kosteneffizient gestalten zu können. Die vorliegende Dissertation konzentriert sich auf die automatisierte Erkennung von Schäden aus 3D-Punktwolken und Farbbildern. Die Daten werden mit einem kinematischen Multisensorsystem auf einer schwimmenden Plattform erfasst. Aufgrund der Plattformbewegungen durch Wellengang und Strömungen sind die entstehenden 3D-Punktwolken und Farbbilder sehr herausfordernd. Die automatisierte Segmentierung der Daten in beschädigte und unbeschädigte Bereiche stellt aufgrund der unterschiedlichen Schadenstrukturen und der Datenkomplexität eine große Herausforderung dar. Die automatisierte Schadenserkennung ist ein wichtiger Aspekt im Gesamtprozess der digitalen Bauwerksprüfung, da Schadensverdachtspläne erzeugt werden können, die von Bauwerksprüfern für eine schnellere und kosteneffizientere Prüfung genutzt werden. Durch die vollständige Erfassung der Infrastruktur und der automatisierten Schadenserkennung wird die Bauwerksprüfung auf ein völlig neues Niveau gebracht. Aufgrund der Komplexität des Gesamtprozesses ist die Lösung der Problemstellung als langfristige Aufgabe zu betrachten. Diese Dissertation zielt darauf ab, die Vorgehensweise durch zielgerichtete Beiträge konstruktiv zu unterstützen und bietet gleichzeitig eine Basis für zukünftige Forschungsarbeiten, die die Integration weiterer Sensordaten und fortschrittlicherer Algorithmen zur Schadenserkennung untersuchen könnten:1. Es wird ein Verfahren entwickelt, um geometrische Bauwerksschäden in 3D-Punktwolken mithilfe von Algorithmen des Machine Learning automatisiert zu erkennen. Dabei werden verschiedene Methoden zur Erzeugung von Höhenfeldern aus 3D-Punktwolken als Vorverarbeitungsschritt für die automatisierte Schadenserkennung analysiert. Hierfür werden CAD-Modelle oder aus den Daten bestmöglich geschätzte geometrische Modelle verwendet. Die darauf aufbauende automatisierte Schadenserkennung nutzt generische Merkmalsgeneratoren und Ausreißererkennungsmethoden. Die Methode erreichte einen F1-Score von 96,3 % für einen simulierten Datensatz und 72,4 % für einen realen Datensatz.2. Es wird ein Verfahren entwickelt, um Schäden, welche eine Farbänderung hervorrufen, automatisiert aus Bildern von Verkehrswasserbauwerken durch einen Deep Learning Ansatz zu erkennen. In diesem Kontext wird auch untersucht, ob sich automatisiert generierte, schwach überwachte Labelbilder für das Training der Algorithmen eignen. Zusätzlich zu den segmentierten Segmenten werden Unsicherheitswerte prädiziert. Dies wird am Beispiel von Fotos des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven evaluiert. Für die Segmentierung der Bilder in Korrosion und unbeschädigte Bereiche wird ein F1-Score von 98,0 % für unbeschädigte Bereiche und von 71,7 % für die Korrosionsschäden erreicht. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass die gezielten Beiträge zur automatisierten Schadenserkennung den Prozess der digitalen Bauwerksprüfung vollständiger, transparenter und effizienter machen können. Dies trägt dazu bei, die Sicherheit und Lebensdauer der Infrastruktur zu erhöhen und die Betriebskosten zu senken. Die verbesserte Überwachung kann in die statische Beurteilung einfließen, was dazu führen kann, dass Bestandsbauwerke im Mittel länger genutzt werden und somit die Produktivität der Häfen dauerhaft erhöht werden kann. Zudem werden Inspektionsprozesse effizienter und kostengünstiger, was langfristig zur Nachhaltigkeit der Infrastruktur beiträgt.

AB - Der Güterumschlag in den 60 deutschen Seehäfen hat in den letzten Jahren zugenommen und soll bis 2030 auf etwa 468 Millionen Tonnen steigen. Der steigende Bedarf des Güterumschlags stellt eine erhebliche Belastung für die bestehende Infrastruktur dar. Die vorhandene Infrastruktur unterliegt bereits durch Überbelastung, Salzwassereinwirkung und dem Alter der Bauwerke einem hohen Verschleiß. Die Überprüfung der Verkehrswasserbauwerke ist für den Erhalt einer wettbewerbsfähigen Volkswirtschaft unerlässlich. Frühzeitige Schadenserkennung ist die Grundlage für kostengünstige Erhaltungsmaßnahmen, da frühzeitig erkannte Schäden in der Regel geringere Instandsetzungskosten verursachen. Infrastrukturbauwerke werden derzeit regelmäßig durch manuelle Kontrollen überprüft. Dies ist besonders unter Wasser mit erheblichem Aufwand verbunden, da Taucher eingesetzt und komplette Bereiche gesperrt werden müssen. Dies verdeutlicht den hohen Bedarf an automatisierten, digitalen Prozessen in der Bauwerksprüfung, um diese zukünftig vollständig, transparent und kosteneffizient gestalten zu können. Die vorliegende Dissertation konzentriert sich auf die automatisierte Erkennung von Schäden aus 3D-Punktwolken und Farbbildern. Die Daten werden mit einem kinematischen Multisensorsystem auf einer schwimmenden Plattform erfasst. Aufgrund der Plattformbewegungen durch Wellengang und Strömungen sind die entstehenden 3D-Punktwolken und Farbbilder sehr herausfordernd. Die automatisierte Segmentierung der Daten in beschädigte und unbeschädigte Bereiche stellt aufgrund der unterschiedlichen Schadenstrukturen und der Datenkomplexität eine große Herausforderung dar. Die automatisierte Schadenserkennung ist ein wichtiger Aspekt im Gesamtprozess der digitalen Bauwerksprüfung, da Schadensverdachtspläne erzeugt werden können, die von Bauwerksprüfern für eine schnellere und kosteneffizientere Prüfung genutzt werden. Durch die vollständige Erfassung der Infrastruktur und der automatisierten Schadenserkennung wird die Bauwerksprüfung auf ein völlig neues Niveau gebracht. Aufgrund der Komplexität des Gesamtprozesses ist die Lösung der Problemstellung als langfristige Aufgabe zu betrachten. Diese Dissertation zielt darauf ab, die Vorgehensweise durch zielgerichtete Beiträge konstruktiv zu unterstützen und bietet gleichzeitig eine Basis für zukünftige Forschungsarbeiten, die die Integration weiterer Sensordaten und fortschrittlicherer Algorithmen zur Schadenserkennung untersuchen könnten:1. Es wird ein Verfahren entwickelt, um geometrische Bauwerksschäden in 3D-Punktwolken mithilfe von Algorithmen des Machine Learning automatisiert zu erkennen. Dabei werden verschiedene Methoden zur Erzeugung von Höhenfeldern aus 3D-Punktwolken als Vorverarbeitungsschritt für die automatisierte Schadenserkennung analysiert. Hierfür werden CAD-Modelle oder aus den Daten bestmöglich geschätzte geometrische Modelle verwendet. Die darauf aufbauende automatisierte Schadenserkennung nutzt generische Merkmalsgeneratoren und Ausreißererkennungsmethoden. Die Methode erreichte einen F1-Score von 96,3 % für einen simulierten Datensatz und 72,4 % für einen realen Datensatz.2. Es wird ein Verfahren entwickelt, um Schäden, welche eine Farbänderung hervorrufen, automatisiert aus Bildern von Verkehrswasserbauwerken durch einen Deep Learning Ansatz zu erkennen. In diesem Kontext wird auch untersucht, ob sich automatisiert generierte, schwach überwachte Labelbilder für das Training der Algorithmen eignen. Zusätzlich zu den segmentierten Segmenten werden Unsicherheitswerte prädiziert. Dies wird am Beispiel von Fotos des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven evaluiert. Für die Segmentierung der Bilder in Korrosion und unbeschädigte Bereiche wird ein F1-Score von 98,0 % für unbeschädigte Bereiche und von 71,7 % für die Korrosionsschäden erreicht. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass die gezielten Beiträge zur automatisierten Schadenserkennung den Prozess der digitalen Bauwerksprüfung vollständiger, transparenter und effizienter machen können. Dies trägt dazu bei, die Sicherheit und Lebensdauer der Infrastruktur zu erhöhen und die Betriebskosten zu senken. Die verbesserte Überwachung kann in die statische Beurteilung einfließen, was dazu führen kann, dass Bestandsbauwerke im Mittel länger genutzt werden und somit die Produktivität der Häfen dauerhaft erhöht werden kann. Zudem werden Inspektionsprozesse effizienter und kostengünstiger, was langfristig zur Nachhaltigkeit der Infrastruktur beiträgt.

U2 - 10.15488/18710

DO - 10.15488/18710

M3 - Dissertation

T3 - Wissenschaftliche Arbeiten der Fachrichtung Geodäsie und Geoinformatik der Leibniz Universität Hannover

ER -

By the same author(s)